Nummer 5 lebt

In dem Verfahren

TSG Waldbüttelbrunn / Markus Hammer

erlässt das Sportgericht des TSG Waldbüttelbrunn ohne mündliche Verhandlung am 29.01.2020 folgenden

 

Beschluss

 

1. Die Antrag wird zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Antragstellerin.

3. Der Streitwert wird auf 5,00 € festgesetzt.

 

Tatbestand:

 

Die Parteien streiten über die Auslegung eines vom Antragsgegner vorformulierten Strafenkataloges.

 

Gründe:

 

Die Antrag der TSG Waldbüttelbrunn ist zulässig, aber unbegründet. Der Antragsgegner hat durch das Erscheinen mit einem nassen Trikot nicht gegen die von ihm selbst vorformulierte Strafenordnung verstoßen und insoweit keine Strafe in Höhe von 5,00 € verwirkt.

1. Das Gericht schließt sich zunächst der - so zwar nie ausdrücklich geäußerten, aber aus Aussagen wie:„Hey, das habe ich doch geschrieben” - ableitbaren Auffassung des Antragsgegners an, dass der vorliegend maßgebliche „Strafenkatalog der Saison 2019/2020” nicht entsprechend den anerkannten Grundsätzen der Auslegung einer Vereinssatzung vorzunehmen ist.

a) Letztere ist zwar zunächst ein von den Gründern des Vereins geschlossener Vertrag, der sich allerdings mit der Entstehung des Vereins löst und damit völlig von der Person der Gründer unabhängig ist. Sie erlangt ein unabhängiges rechtliches Eigenleben, wird Bestandteil der körperschaftlichen Verfassung des Vereins und objektiviert fortan das rechtliche Wollen des Vereins als der Zusammenfassung seiner Mitglieder. Gründerwille und Gründerinteresse treten zurück; an ihrer Stelle gewinnen der Vereinszweck und die Mitgliederinteressen die rechtsgestaltende Kraft, auf die es allein noch ankommen kann (vgl. nur BGH, Urt. v. 13.10.2015 – II ZR 23/14 - NZG 2015, 1282).

b) Dies ist vorliegend gerade nicht der Fall. Der beschlossene - befristete - Strafenkatalog ist gerade nicht von einem für die Satzung typischen Mitgliederwechsel geprägt. Insbesondere gelegentlich geäußerte Hoffnungen von gewissen Mitgliedern der 2.Mannschaft der TSG, einmal in der ersten Mannschaft spielen zu können, sind diesbezüglich fernliegend und wurden durch den Schreibenden mittels des anerkannten Grundsatzes "normative Kraft des TTR-Faktischen" wieder einmal "ad absudrum" geführt. Die Hoffnung stirb zuletzt, aber sie stirbt, Herr T.L.. Ja, das schmerzt, ich weiß, aber….ich merke, ich schweife ab. 

2. Zurück zu den eigentlichen Entscheidungsgründen:

Gem. Punkt 3 der Strafordnung ist für das „das Tragen eines Trikots oder Hose welche nicht der aktuellen Vereinskleidung entspricht eine Strafe in Höhe von 5,00 € verwirkt. Dieser Sachverhalt ist vorliegend aber offensichtlich nicht gegeben, da der Antragsgegner das aktuelle Trikot, wenn auch in nassem Zustand, dabei hatte und mit diesem spielte. Die Regelung zielt ersichtlich auf das Anhalten der Spieler zur Einhaltung von Nr. 2.2.7 des Teils B der ITTR i.V.m. A 2.1 der WO ab, welche lautet: „Während eines Mannschaftskampfes müssen die daran teilnehmenden Spieler einer Mannschaft einheitlich gekleidet sein”. Dieser Zweck wurde vorliegend gewahrt. Dass man mit nassem Shirt natürlich grottig spielt, ev. sogar krank wird, sich in ärztlichen Wartezimmer asiatische oder sonstige Viren einfängt und dann in schändlicher Art und Weise somit ggfs. Tod und Verderben in die Halle der eigenen Mannschaft bringt, kann rechtlich daher dahinstehen.

d) Ein Auslegung dergestalt, dass nur der Fall eines „trockenen” Trikots gemeint sein soll, ist nicht möglich, §§ 133, 157 BGB. Hiernach ist Ausgangspunkt bei der Auslegung einer Individualvereinbarung deren Wortlaut. Gleichzeitig gilt hierbei aber auch, dass ein übereinstimmender Parteiwille dem Wortlaut und jeder anderen Interpretation vorgeht, selbst wenn

er im Inhalt der Erklärung keinen oder nur einen unvollkommenen Ausdruck gefunden hat (vgl. nur BGH 6.12.2017 – VIII ZR 219/16 - NJW-RR 2018, 822). Anhaltspunkte dafür, dass die Klausel von den - angeblich teilweise mit Blut unterzeichnet habenden - sechs Vertragsparteien übereinstimmend so verstanden wurde, ist weder aus der Vereinbarung selbst, noch sonstigen anderen äußeren Umständen ersichtlich. Dies folgt auch aus der weiteren Überlegung, dass hiermit die Büchse der Pandora und damit der Willkür des Herrschers der Mannschaftskasse Tür und Tor geöffnet wäre. Wo würde es anfangen, wo aufhören? Das verfärbte Trikot? Der Essensfleck auf dem Trikot? Das Tragen des - ggfs mehrfach - „nicht gewaschenen” Trikots? Ja, über uns und das „typische” juristische Bedenkenträgertum lachen, aber dann, wenn sie selbst einmal auf dem Feld der Kautelarjurisprudenz tätig werden, dann durch solche Formulierungen...ich merke, ich schweife wieder einmal ab.

e) Aus alledem war so zu entscheiden, wie geschehen. Ceterum censeo carthaginem esse delendam.

f) Die Nebenentscheidungen sind langweilig und selbsterklärend, weshalb auf eine Wiedergabe der Gründe verzichtet wird.

Roma locuta, causa finita.

-------------------------

Tischtennis wurde am 27.01.2020 übrigens auch gespielt. Grund zur Sorge mussten mit Sicht auf das Hinspiel eigentlich nur drei Personen haben. Die eine heißt Dr.C.W., dann Monsieur Hammer, die andere schreibt gerade diesen Bericht. Genau genommen stand insbesondere bei zweien die Frage an, ob die Patzer beim letzten "Battle at Heuchelhofer Hill" wieder ausgebügelt werden konnten. Spoiler-Alert: Sie konnten.

Heuchelhof, Tabellenvorletzer, trat diesmal stark geschwächt ohne Dietz - jetzt 1. Mannschaft - und ohne Nr. 3 an. Die Doppel begannen und bevor Dubon als Schiedsrichter noch die letzten Krümel des Corny-Haferkraft-Riegels (Geschmack blueberry-chia) aus den Zahnzwischenräumen von 1-6 und 1-7 herausholte, Stand es schon 8:0 im ersten Satz des Doppels Hammer/Faltus gg. Högele (E.)/Kochtov. Hinzu kamen noch pro Satz jeweils mindestens vier Bauern, weshalb das Ende hier für den sichtlich frustrierten Gegner ziemlich schnell und deutlich kam. Unser Opferdoppel schlug erneut mit 3:1 zu und es kam zum Doppel-3-Duell von Weis/Dubon gg. Wolz/Kosch. Mit der geballten Kraft der wechselseitigen Harmonie und Eintracht gelang es beiden diesmal, den dritten Punkt sicher einzufahren. Die Einzel konnten beginnen. Die ersten drei davon gingen erneut souverän und ohne weitere Zwischenfälle jeweils 3:0 für uns aus. Auf Grund des Fehlens von Dietz hatte auch Markus diesmal eine sauber Weste, trotz des nassen Hemdes. Dann war erneut der weissche Moment gekommen. Christian tat sich diesmal etwas einfacher, da sein damaliger Gegner Rainer Ziegler aus der Hinrunde, den er spektakulär zu 10 im Fünften schlagen konnte, schlicht nicht antrat. Stattdessen durfte Christian sich mit Högele (E.) messen und konnte erneut trotz des Druckes der - als einziger Spieler aufweisenden - negativen Gesamtbilanz den Bann brechen und gewann verdient in fünf Sätzen. Nunmehr steht es somit in güldenen Lettern bei clickt-tt geschrieben:

Rang  Name                   Einsätze    1    2    3    4    5    6    gesamt

1.4      Weis, Christian    11                         5:6 3:2              8: 8

 

Glückwunsch, ist auch zugegeben ganz nett, aber positiv sollte jetzt schon das Ziel sein. Hierzu bietet sich nunmehr das kommende Spiel am Freitag gg. Zell an, ohne an dieser Stelle auch nur den geringsten Erwartungsdruck aufkommen zu lassen. Dubon tat sich hingegen diesmal gg. Ruff leicht, da dieser gg. Rainer spielen musste. No.5 durfte aber gg. Peter Kosch ran, Gewann 3:0 und "war´s zufrieden". Es stand somit 8:0 und Rainers Match gg. den No.5 Bezwinger aus der Vorrunde, Ruff, stand jetzt an. Auch Rainer tat sich zwar teilweise gegen die stark spielenden Gegner schwer, insbesondere da der Tischtennisgott die sinnlosen Bauern unseres Doppel 1 nunmehr in - aus seiner Sicht wohl anstehenden ausgleichenden göttlichen Tischtennisgerechtigkeit - Ruff zumindest zu einem nicht unerheblichen Teil zukommen ließ. Das kann aber einen Rainer nicht erschüttern, keine Angst, keine Angst, TSG. Er siegte verdient mit 3:1.

Fazit: Der nächste wichtige Sieg zur Verbesserung der Spielbilanz im Verhältnis zu unserem stärksten Konkurrenten Versbach. Nunmehr reicht ein 9:2 gg. Zell um an diesen vorbeizuziehen. Und Christian, ja Christian…die Saga geht weiter…

 

Terminkalender

Aktuelle Termine

Link zum Vereinsspielplan

 

1. Herrenmannschaft:

Heimspiel am 03.10 gegen SpVgg Greuther Fürth

2. Herrenmannschaft:

Heimspiel am 26.09 gegen TSV 1876 Thüngersheim

3. Herrenmannschaft:

Auswärtsspiel am 28.09 gegen TTC Theilheim

4. Herrenmannschaft:

Heimspiel am 25.09 gegen TTC Waldbrunn III

1. Jugendmannschaft:

Auswärtsspiel am 04.10 gegen TSV Bad Königshofen

2. Jugendmannschaft:

Auswärtsspiel am 26.09 gegen TV Etwashausen

3. Jugendmannschaft:

Heimspiel am 03.10 gegen TSV Rottendorf III