HISTORIE DER TISCHTENNISABTEILUNG

Zweimal geboren zu werden, kann nicht jeder von sich behaupten. Die Tischtennis-Abteilung zählt zu dieser seltenen Gattung, die folgerichtig auch doppelte Jubiläen feiern darf. 1952 und 1969. In der bewegten Abteilungsgeschichte gab es nur wenige Tiefs. Pünktlich zum 125-jährigen Bestehen des Hauptvereins ist die Abteilung in guter Verfassung. Anbei finden sie die wichtigsten Eckpfeiler der Abteilungsgeschichte, die bis heute von Erfolg gekrönt ist.

 

Eine Baracke und eine Platte

Begonnen hat die Jagd nach dem kleinen weißen Ball in Waldbüttelbrunn mit einer Tischtennisplatte und einer Sportbaracke, die einst in der Nähe der heutigen Tennisplätze auf dem TSG-Gelände stand. Maria und Korbin Galm gründeten im Oktober 1952 die Abteilung. Die Söhne Heinrich und Korbinian sorgten alsbald für die ersten Chronikeinträge – und was für welche! Korbinian Galm ließ seinen Heimatverein bayernweit in die Tischtennis-Schlagzeilen rücken. So belegte der damals 12-Jährige bei den nordbayerischen Schüler­meister­schaften 1954 den zweiten Platz. Im Doppelwettbewerb holte sich der Angriffsspieler gemeinsam mit seinem Partner Hei­den­reich/Bamberg sogar den Titel. Der älte­re Bruder Heinrich übernahm 1955 die Ab­­teilungsgeschicke von Hermann Schäfer Senior, weiland der erste Tischtennis-Boom in Waldbüttelbrunn so richtig Fahrt aufnahm. Viele neue Spieler schlossen sich der Abteilung an. Nach einigen guten Jahren schlitterte die Abteilung in ihre erste Krise und wurde im Mai 1967 aufgelöst. Doch schnell stellte sich heraus, dass Waldbüttelbrunn ohne Tischtennis wie der Ortskern ohne seine Brunnen wäre. Schon 1969 wurde die Abteilung unter Führung von Wenzel Schmidt wieder gegründet. Ein Mix aus alten Hasen und neugierigen Interessierten wagten den Neuanfang. Spielstätte war zunächst der Veranstaltungssaal im Gasthaus zur Rose, ehe die Abteilung zur Saison 1970/71 in die Turnhalle der örtlichen Verbandsschule umzog.

 

Nachwuchsarbeit erhält hohen Stellenwert

Im Zuge der Neugründung schrieb man sich vor allem die Nachwuchsarbeit auf die Fahnen. Unter den Fittichen von Roderich Lipski und Korbinian Galm reiften die Talente Martin Gerhard, Gernot Lutz, Wilhelm Roos, Rainer Vornkeller und Bernhard Weth menschlich und sportlich zu tragenden Säulen in der Abteilung heran. Allen voran Roos und Vornkeller waren sowohl im Einzel als auch im Doppel unterfrankenweit eine Bank. Der größte Erfolg des Duos war 1975 der dritte Platz im Doppel bei den bayerischen Jugend-Meisterschaften im oberfränkischen Bad Rodach. Zuvor waren Roos, den auch das Prädikat „bayerische Jugend-Sonderklasse“ ereilte, und Vornkeller bereits für das wöchentliche Bezirkskadertraining in Marktheidenfeld ­nominiert worden.

 

Vier Aufstiege in Folge

Mit der fruchtbaren Kombination aus jungen Talenten und erfahrenen Haudegen sorgten die Waldbüttelbrunner auch im Spielbetrieb für Furore. Zwischen 1970 und 1975 stieg die erste Mannschaft gleich viermal in Folge von der 3. Kreisliga bis in die 2. Bezirksliga auf. Einer der Abende, von dem man in der Abteilung noch heute gerne erzählt, war ein Pokalspiel im Derby gegen Kist in den 1970er Jahren. Vor einer stattlichen Kulisse in der Schulturnhalle rangen die Unerschrockenen Korbinian Galm, Willi Roos und Rainer Vornkeller den vier Ligen höher spielenden Favoriten mit 5:4 nieder. Ob diese Sensation für Karl Seubert den Ausschlag gab, zur TSG zu wechseln? Die sportliche Verstärkung war ein entscheidender Erfolgsschlüssel, die helfenden Hände ein anderer. Hervorzuheben ist besonders Karl Roos, der Vater von Willi und Karl-Heinz. Der Tausendsassa unterstützte die Abteilung, wo er nur konnte. So fuhr der Bäckerei-Unternehmer die Mannschaften zu Auswärtsspielen; auch stellte er in einer Büttelbrunner Scheune eine Tischtennisplatte auf, um dem Nachwuchs tägliches Training zu ermöglichen.

 

Erfolge dauern bis 1980 an

Weitere Nachwuchsspieler wie Michael Deckert, Robert Emmerle, Robert Guckenberger, Manfred Saftenberger, Stefan Schäfer und Karl-Erhard Weis ließen auch die Jugend-Erfolge nicht abebben. So wurde der Nachwuchs in der Saison 1974/75 in der Kreisliga mit 22:0-Punkten souveräner Meister. Bis 1980 dauerte die vielleicht erfolgreichste Ära der Abteilung an. Dabei stand von 1973 bis 1978 mit Lipski ein regelrechtes Organisationswunder an der Spitze. Während Willi Roos, der sich auch als Jugendtrainer, Abteilungsleiter und Kreisjugendwart verdient gemacht hat, 1986 vom aktiven Sport zurücktrat, schlägt Rainer Vornkeller bis heute in der ersten Mannschaft auf. In den 1980er Jahren litt die Abteilung zunächst etwas unter der großen Erwartungshaltung. In dieser Phase waren es die zweite bzw. dritte Mannschaft, die mit ihren Meisterschaften 1983/84 bzw. 1984/85 in die Bresche sprangen (und solche Erfolge auch später wiederholten). Aber auch das erste Sextett fand zurück in die Erfolgsspur. So gelang in der Saison 1987/88 mit der Formation Karl Seubert, Korbinian Galm, Rainer Vornkeller, Gernot Lutz, Stefan Schäfer, Peter Spiegel und Karl-Heinz Roos erneut der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse Unterfrankens. Diesen Erfolg konnte die erste Mannschaft nach dem Abstieg bereits eine Saison später 1990 wiederholen.

 

Kontinuität an der Abteilungsspitze

1990 übernahm Peter Spiegel die Abteilungsleitung für ein Jahr. Auch wenn in den Folgejahren die Zahl der aktiven Spieler zurückging, nahmen in jeder Saison drei Mannschaften am Ligabetrieb teil (und tun es bis heute). Kontinuität ist auch ein gutes Stichwort, um den ­Posten an der Spitze der Abteilung zu beschreiben. Seit 1991 steht dort Rainer Vornkeller, vertreten wird er seit Ende 2011 von Jens Stöhr. Vornkeller ist auch der Spieler, der sehr viele Erfolge auch über das Würzburger Umland hinaus vorweisen kann. Beständigkeit ist ein wichtiger Erfolgsschlüssel. Pünktlich zur Jahrtausendwende knüpfte der Nachwuchs an frühere Erfolge an. Nicht zuletzt dem Engagement von Jugendleiter Thorsten Hoffmann war es zu verdanken, dass der Nachwuchs nach rund 25 Jahren 1998 wieder den Sprung in die Bezirksliga schaffte. Dort stellte man mit Benjamin Herget sogar den besten Spieler der gesamten Klasse. Parallel sorgte das vordere Ranglisten-Trio der Abteilung, Karl Seubert, Rainer Vornkeller und Christian Weis, auf Turnieren in der Region für Furore und schlug so manchem Favoriten ein Schnippchen.

 

Das letzte Meisterstück der ersten Mannschaft

Das letzte Meisterstück gelang der ersten Mannschaft 2005 in der 3. Bezirksliga. Auch wenn die Waldbüttelbrunner postwendend wieder aus der zweithöchsten Spielklasse Unterfrankens abgestiegen sind, halten sie, trotz manchen Spielerabgangs, seit nunmehr 40 (!) Jahren die Fahnen der Abteilung auf Bezirksebene hoch. Im Abstiegskampf behielt das Team um Kapitän Rainer Feineis in den vergangenen Jahren stets starke Nerven. So gelang der Klassenerhalt 2009 im Relegationsduell gegen die DJK Tiefenthal, ein Jahr später glückte der Nicht-Abstieg in der 3. Bezirksliga Mitte am letzten regulären Spieltag im Fernduell gegen Güntersleben und Kist/Würzburg. Die zweite und dritte Mannschaft hat sich weniger in Unterfranken, als vielmehr im Tischtennis-Kreis Würzburg einen Namen gemacht. Die zweite Mannschaft gewann 1997 und 2002 ihre letzten Meisterschaften. Seit der Ligen-Umstrukturierung hat das Team um Kapitän ­Stefan Böhmer einen Stammplatz in der 2. Kreisliga Nord. Die Dritte musste zuletzt je nach Zahl der verfügbaren Spieler häufig zwischen einer Sechser- und einer Vierer-Mannschaft wechseln. Meister­schaften der 4er-Mannschaft konnten 2007, 2008 und 2012 gefeiert werden. 2009 und 2013 konnte man außerdem zweimal die Meisterschaft in der regulären 4. Kreisliga gewinnen.

 

 

Top-Platzierungen von Max Nötzold und Markus Hammer

In der jüngeren Vergangenheit wurden zwei Talente in die erste Mannschaft eingebaut, die der Jugendarbeit von Nicolai Michalski entspringen. Markus Hammer und Max Nötzold sind aus den ersten Sechs nicht mehr wegzudenken und zeigen nicht nur im Einzel, sondern auch gemeinsam im Doppel starke Leistungen. Kein Wunder, dass sich auch bei den Aktiven-Turnieren schnell Erfolge einstellten. So wurde Nötzold 2011 in Versbach in der Herren-C-Konkurrenz Kreismeister, ein Jahr später schaffte er an gleicher Stelle beim Kreisranglistenturnier den zweiten Platz. Hammer bringt es seit 2010 sogar auf unglaubliche 13 Top-Drei-Platzierungen. Höhepunkte dieser Er­folgs­geschich­te waren zwei Teilnahmen an ­bayerischen Meisterschaften. Im nieder­baye­rischen Bogen schaffte es der Angriffsspieler 2010 sowohl im Einzel (3.) als auch im Doppel (3.) in der Herren-D-Konkurrenz aufs Treppchen. Noch höher zu bewerten ist die Qualifikation für die bayerischen Meisterschaften Ende 2012 in der stark besetzten Herren-B-Konkurrenz.

 

Im oberfränkischen Altenkunstadt wurde Hammer Fünfter. Er verlor erst im Viertel­finale gegen den späteren Finalisten Maximilian Streichert aus Oberbayern. Mit seinem Doppelpartner Ingo Protze vom TSV Schwebheim errang Hammer den 3. Platz.

 

2013 konnte sich das Doppel Hammer/Nötzold dann sogar 2 Titel schnappen: Zum einen wurden sie Kitzinger Stadtmeister, zum anderen sogar Unterfrankenmeister in Veitshöchheim, jeweils in der Herren B-Klasse. Auch 2014 halten die Erfolge weiter an: Max Nötzold sicherte sich die Würzburger Stadtmeisterschaft im Einzel der Herren B-Klasse und errung den vierten Platz in der ersten Auflage des Commerzbank Sports and More Bavarian TT-Race!

 

Terminkalender

Spieltermine

19.1.2018 Herren I - TSV Grombühl (A)

19.1.2018 Herren 2 - TTC Oberaltertheim (H)